Spielberichte Alles rund um die Spiele unserer Mannschaften
  Heimspiel am: SO, 15.12.19 - 14:00
1. Damen 28:25 HSG Holstein Kiel/Kronshagen
(Halbzeitstand: 15:16)
Krabbenpulen: Drehen, drücken, ziehen!
Am vergangenen Sonntag war es soweit: Unser letztes Heimspiel des Jahres! Beim Aufeinandertreffen mit der HSG Holstein Kiel/Kronshagen, den „Krabben“, konnten wir unsere Fingerfertigkeit zeigen und uns beim Krabbenpulen unter Beweis stellen.
Doch das ist gar nicht mal so einfach und bedarf viel Geschick, Erfahrung und Ausdauer.
Und so sollte man dabei auch nicht die Technik unterschätzen: Drehen, drücken, ziehen!
Im ersten Abschnitt des Events hatten wir den Dreh noch nicht ganz raus. Vielleicht lag es daran, dass sich viele noch an das letzte Mal erinnerten.
Anfang des Jahres waren wir extra an die Kieler Förde gefahren, doch es lief nicht wie geplant. Reihenweise hing unsere Mannschaft wie schlaffe Fahnen im Wind über der Reling... Mit einem so starken Wellengang hatten wir damals nicht gerechnet und waren froh, als wir mit einer schwachen Ausbeute von lediglich 2 Treffern (bei 17 Stück, die uns durch die Lappen gingen...) in die Pause
gehen konnten.
Am Ende kamen wir „besser“ mit der Seekrankheit zurecht und konnten mit einem 9:10 im zweiten Durchgang gerade noch so den kompletten Schiffbruch verhindern. Allerdings sorgte die 11:27-Auswärtsklatsche dafür, dass sich der Großteil unserer Crew gegen
einen Sommerurlaub an Bord eines Kreuzfahrtschiffes entschied.
Damals waren wir noch Greenhorns, aber in der Zwischenzeit hatten wir so manch einen Sturm durchfahren. Und aus Leichtmatrosen sind erfahrene Seeleute geworden. Nur ans Krabbenpulen hatten wir uns bis dato nicht mehr getraut.
Damit es dieses Mal besser funktionierte, entschieden wir uns dazu, auf altbekannte Gewässer zu setzen und so lief unser Kutter pünktlich um 14.00 Uhr in Richtung LaFu aus.

Bevor es soweit war, gab unser Käpt'n Gunnar noch die letzten Anweisungen unter Deck und dann hieß es: „Leinen los!“.
Es dauerte einige Zeit, bis sich unsere Mannschaft an den Wellengang gewöhnte und sich jeder in seine Aufgabe hineingearbeitet hatte, aber dann lief es. Unser Stand wurde an Bord immer sicherer und wir konnten uns die ersten Krabben schnappen.
In einem Moment der Unachtsamkeit gab der Krabbenkönig aus den Tiefen des Meeres Befehle heraus: „Mehr Mut und Kampfgeist!“.
Von da an begannen sich die Krabben mehr zu wehren, so sprang unser Fang ein ums andere Mal wieder aus dem Netz heraus und unsere harte Arbeit wurde nicht belohnt.
Hinzu kam, dass der Wind nun auffrischte und die See unruhig wurde. So bekamen wir regelmäßig ordentliche Kaventsmänner volle Breitseite ab, die das ein oder andere Leck im Rumpf hinterließen.
Mit Blick auf seinen Kompass erkannte unser Käpt'n die Situation und rief die Mannschaft zur kurzen Lagebesprechung zusammen. So sollten wir vorne am Bug selbst zu Brechern werden und hinten am Heck zu Festmachern, wenn die nordischen Wellen wieder hinaufstiegen. Einfach mal den Fluss kappen und selbst mutig die Segel hissen.
Leider machten uns die Gezeiten einen Strich durch die Rechnung und statt Flut setzte eher Ebbe ein. Wenn uns mal eine Krabbe ins Netz ging, dann vernaschten wir diese sofort. So konnten wir aber nicht wirklich etwas Zählbares anhäufen und warfen pünktlich um 14:30 Uhr den Anker aus, um eine kurze Verschnaufspause zu bekommen.

Uns war allen klar, dass wir den Gegenkurs einschlagen mussten, um eine Havarie zu verhindern. So waren wir doch bisher in dieser Fischersaison – zumindest in den heimischen Gewässern – immer mit Fang nachhause gekommen. Und das sollte auch so bleiben!
Also wurde der Anker wieder eingeholt, obgleich das Meer noch ein wenig kabbelig war und wir stachen wieder See! Ahoi!
Es dauerte einige Zeit, um genau zu sein den halben Durchgang der zweiten Fahrt, ehe wir zur Erfolgsspur fanden. Bis es soweit war, warfen wir immer wieder unsere Netze aus. Wie bereits schon erwähnt, ist Krabbenfangen und -pulen mit Ausdauer und Geduld verbunden!
Als wir endlich auf Augenhöhe mit den Krabben waren und nun auch endlich der heftige Seegang allmählich nachließ, brach die Crunch-Time an!
Drehen, drücken, ziehen!
Wir hatten genug Fang gemacht und nun ging es, um's Ganze: Um's Krabbenpulen! Aus dem Disaster in Kiel hatten wir gelernt und wussten nun, wie es richtig ging: Drehen, drücken, ziehen!
So wurden die Krabben, eine nach der anderen aus ihrer Schale gezogen und in den Bergedorfer Pott geschmissen. Drehen, drücken, ziehen!
Zwar brauste die See am Ende unserer Fahrt nochmal ordentlich auf, aber wir hatten bereits genug Krabben im Pott. Die salzigen Wassertropfen, die uns immer wieder ins Gesicht spritzen, wischten wir einfach mit einer Hand weg und pulten fleißig weiter. Drehen, drücken, ziehen!
Und so konnten wir nicht nur mit einem Haufen gepulter Krabben, sondern auch mit zwei prächtigen Punkten an Bord in unseren Heimathafen wieder einlaufen.
Am Abend neigte sich ein anstrengender Arbeitstag dem Ende entgegen und wir fielen alle müde, wenn auch sehr glücklich in unsere Kojen.
Und jedem, der jetzt Lust auf's Krabbenpulen bekommen haben sollte, möchte ich nur einen Ratschlag geben: Drehen, drücken, ziehen! Aber auch viel Ausdauer und Geduld mitbringen.
Ahoi, Ihr Landratten!

Logbucheintrag:
1. Halbzeit: 1:3 (4.), 4:4 (7.), 9:5 (12.), 9:8 (15.), 12:10 (19.), 14:11 (23.), 14:13 (25.), 15:15 (27.),
15:16 (30.)
2. Halbzeit: 16:16 (36.), 16:19 (40.), 18:19 (42.), 20:19 (44.), 22:20 (46.), 24:20 (49.), 24:22 (52.),
26:22 (57.), 28:25 (60.)

Bergedorfer Schiffsbesatzung:
Jessica Meyns, Julia Fürll, Vanessa Peters, Tamara Michaelis, Louisa Nigbur, Kim Andersson, Katja Hauschildt, Clementine Stoll, Inke Steffen, Sophia-Maria Kohn, Maren Bostel, Kaya Plöger, Chanelle Malekenang

 
von: Sophia Kohn

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