Spielberichte Alles rund um die Spiele unserer Mannschaften
  Heimspiel am: SO, 17.03.19 - 14:00
1. Damen 19:25 MTV Heide
(Halbzeitstand: 5:9)
Bergedorfer Prellbock bremst Heider Dampflokomotive aus
„Ach du heilige Heide!“
Niemand hätte es zwar vor dem Duell mit dem souveränen Tabellenführer zugegeben. Aber genau dieser Gedanken schwirrte zuvor bei vielen aus unserer Mannschaft im Kopf herum.
Das lag auf der einen Seite daran, dass der MTV Heide (als Aufsteiger!) mit bisher nur zwei Verlustpunkten unangefochten ganz oben stand.
Und auf der anderen Seite kann es auch eventuell ein wenig an dem Hinspiel gelegen haben, bei dem wir dezent unter die Räder kamen... Unter die Räder einer 56 Tore... Ähh 56 Tonnen schweren Dampflok aus der Heider Maschinenfabrik MTV.

So war allen vor der Partie klar, dass dieses Duell ein ganz schweres werden würde. Aber auch war klar, dass wir nichts zu verlieren hatten und befreit aufspielen konnten.
In der Kabinenansprache wies Gunnar auf das Offensichtliche hin, das mit Blick auf die nackten Fakten (gemeint ist Heides Siegesbilanz) zu schnell in den Hintergrund geraten ist:
Heide betreibt ihre Dampflokomotive lediglich auch nur mit normalem Wasserdampf!

Und deswegen sollten wir „nicht nur Schadensbegrenzung“ betreiben, sondern auch auf Sieg spielen.
So wollten wir den Prellbock* gegen die Heider Dampflok und ihr Herzstück, die offensive Deckung, wie folgt aufbauen:

Positionswechsel.

Dann Temposteigerung!

Zentrum freihalten.

Aber vor allem sollten wir unser eigenes Tempo gehen und ganz wichtig: Fehler und jedes Gegentor sofort abhaken.
Denn besonders dies hatte uns im Hinspiel an die Schienen gefesselt, als wir die Fehler aus dem Angriff mit in die Abwehr nahmen und so endgültig den Zugriff auf das Spiel verloren und daraufhin gnadenlos überrollt worden sind.


Doch nicht nur wir waren diejenigen, die mit viel Respekt in das Spiel gingen, so kündigte unser Gegner auf Instagram (Folgt uns @sgbvm_1.damen !) den Spieltag mit den Worten an: „Die Mannschaft aus Bergedorf hat noch eine Rechnung offen und scheint zu Hause eine Macht zu sein (...)“.

Zwar bevorzugen wir die Formulierung „eine Wand zu sein“, dennoch spürt man den Respekt des Tabellenführers trotz des „kleinen“ Hinspieldebakels gerne.
Auch das Pokalspiel unter der Woche gegen die ligahöheren SCALA Giants, welches wir lange Zeit spannend gestalten konnten, machte Mut für die bevorstehende Herausforderung.


Und so starteten wir gut ins Spiel und konnten bis zur 9. Spielminute die Führung behaupten (3:2). Dann kam die Heider Dampflok langsam in Fahrt, wobei bis zur 20. Minute noch ein offener Schlagabtausch stattfand (5:6), ehe sie bis zum Halbzeitpfiff nochmal ein wenig beschleunigte (5:9 in 27. Minute).

In der Halbzeitpause hieß es Kräfte sammeln und kurz dem Heider Schaffner Bescheid geben, dass
tatsächlich kein Defekt vorliegt und der Stand von 5:9 wirklich korrekt ist und nicht wie gewohnt im zweistelligen Bereich liegt (z.B. 28:7 wie im Hinspiel...).

Diese Info hatte anscheinend gefehlt und so nahm die Heider Lokomotive nach ihrem kurzen Stop wieder Fahrt auf (6:12 in 36. Minute).
Nachdem es schon zuvor zu einigen Verspätungen gekommen war, weil die gelb gekleideten Aufsichtsbeamten Arbeitsutensilien wie Stift und Zettel mehrmals auf den Schienen verloren hatten, kam es dann zu einem ungewollten Notstop für den gesamten Schienenverkehr, als sich eine unserer Mitspielerin zum dritten Mal zwei Minuten zu lang auf den Nebengleisen aufhielt und so endgültig den Bereich räumen musste.
Hinzu kam, dass Schaulustige anscheinend die Arbeit der gelben Aufsichtsbeamten verbal so behinderten, dass dies im Tagesbericht festgehalten werden musste. Kaum vorstellbar! Dabei hatten die Bergedorfer Ehrenmitarbeiter des DB-Sicherheitsteam doch stets alles Griff... !

In der zweiten Halbzeit dauerte es einige Minuten und eine Auszeit von Gunnar, bis wir wieder in Tritt kamen, aber dann fanden wir in unseren Rhythmus und konnten Stück für Stück unseren Prellbock gegen die monströse Heider Lok aufbauen und sogar die letzte Viertelstunde mit 9:8 für uns entscheiden.

Und so kam nach 60 Minuten Arbeitszeit die vom Bergedorfer Prellbock ausgebremste Heider Dampflokomotive mit 25 statt 56 Toren... ähh km/h im Bergedorfer Bahnhof an, um sich nach einem harten Arbeitstag die verdienten zwei Punkte abzuholen (Endstand 19:25).


Natürlich wäre es uns lieber gewesen, wenn die zwei Punkte in Bergedorf geblieben wären, nichtsdestotrotz zeigten wir in diesem Spiel, besonders im Vergleich zum Hinspiel, eine deutliche Leistungssteigerung – in Zahlen ausgedrückt: Eine Differenz bei den Gegentoren von 31x (Um den Finger ein letztes Mal in die Wunde zu drücken).

Auch können wir uns ordentlich für unseren errichteten Prellbock auf die Schulter klopfen, der nur 25x Gegentore zu ließ – Saisontiefwert für die Heider Maschinenfabrik MTV!
So fragte sich manch einer in der Halle und besonders unsere Gegnerinnen, ob wirklich zwei Halbzeiten gespielt wurden oder vielleicht doch nur eine.

Unter anderem lautete ein Fazit aus Bergedorfer Reihen mit Blick auf die Zahlen: „Heide hat bei uns nur 25x Tore geworfen! Wir haben auswärts bei denen auch 25x Tore geworfen... Wir sind genau so gut wie Heide!!“
Zwar war diese Aussage nur als Scherz gemeint, allerdings konnten wir – genau wie am Dienstag gegen SCALA bereits auch schon – lange Zeit mithalten und sie vor eine ordentliche Aufgabe stellen!

Dies sollte uns Mut machen für die kommenden letzten Spiele gegen unsere Tabellennachbarn, wenn es darum geht wichtige Punkte im Abstiegskampf einzufahren, um die #missionoberliga erfolgreich zu beenden!



So geht es für uns nächsten Sonntag erstmal in den hohen Norden, um in Kiel die hohe Kunst des Krabbenpulens zu lernen (17:00 Uhr; Suchsdorfer Weg 66, Kronshagen).
Und dann heißt es am 31.03.2019, Revanche vor heimischen Publikum gegen Ellerbek nehmen.
Wie gewohnt 14:00 Uhr in unserem Wohnzimmer, der LaFu 2.
Wir freuen uns über zahlreiche und lautstarke Unterstützung, damit unsere Ordner wieder
anständig was zu tun bekommen!


Zu einem weiteren Highlight kommt es am darauffolgenden Samstag, den 06.04.2019, wenn es für uns zum Auswärtsspiel nach Bredstedt geht.
Und damit aus diesem Auswärtsspiel ein Heimspiel für uns wird, steht ein Bus zur Verfügung! Alle Bergedorfer Ultras oder die, die es noch werden wollen, sind gerne eingeladen sich ein Ticket zu sichern, um live in Bredstedt dabei zu sein!
(Wir sind bereit! Ihr auch? Tickets gibt es schon für 10€! Anmeldung bei: handballadresse@gmx.de)



Für die SG spielten: Jessica Meyns, Sophia Kohn (beide TW), Julia Fürll (1), Vanessa Peters, Tamara Michaelis (5), Greta Renner, Louisa Nigbur, Kim Andersson, Sophia Nigbur (2), Vanessa Kröpke (4), Inke Steffen (3), Svenja Rüffer, Lia Müller, Laura Lübcke (4)


*“Ein Prellbock, auch Pufferwehr oder Puffer, ist eine Form des Gleisabschlusses. Er verhindert, dass bei einem Stumpfgleis einer Eisenbahnstrecke ein Fahrzeug über das Gleisende hinausrollen kann.“ (Wikipedia)


Geschrieben von Sophia Kohn

 
von: Sophia Kohn

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