Spielberichte Alles rund um die Spiele unserer Mannschaften
  Auswärtsspiel am: SA, 09.03.19 - 18:00
SG Todesfelde/Leezen 24:18 1. Damen
(Halbzeitstand: 15:6)
SG Todesfelde/Leezen sorgt für Löcher in Trikots und Abwehr der 1.Damen
Dieser Weg wird kein leichter sein, dieser Weg wird steinig und schwer...
Nicht mit vielen wirst du dir einig sein, doch dieses Leben bietet so viel mehr...


Uneinig waren wir über die Aufteilung der zwei Punkte, die am vergangenen Samstag in Todesfelde zu vergeben waren, vor Anpfiff der Partie mit unseren Gegnerinnen.
So wollten wir das Kunststück vom Hinspiel auswärts wiederholen und mit zwei Punkten im Gepäck abreisen!
Auf der anderen Seite wollte die SG Todesfelde/Leezen eben genau dies verhindern – Welch Überraschung!

Dass dieser Weg kein leichter, sondern ein ziemlich steiniger und schwerer werden würde, zeigte sich schon bei der Anfahrt, die uns nach einigen Kilometern Autobahn plötzlich wie Bibi & Tina über Stock und Stein und zwischen ganz vielen Feldern hindurch führte, bis wir plötzlich auf einem Parkplatz einer Sporthalle standen.
Wir waren da! Das vermuteten wir jedenfalls.

Als wir dann endlich nach einem kleinen Rundgang um die Halle den Eingang gefunden hatten, nahmen wir dann erstmal den gewohnten Weg – nach oben.
Doch dieser führte ganz unerwartet zur heimischen Vereinskneipe!
Kein geeigneter Ort, um Handball zu spielen und dennoch trafen wir dort den Rest unserer Mannschaft inkl. Trainer an.

Dort wurde zunächst einmal die aktuelle Hallenzeitung inspiziert und es stellte sich heraus, dass wir gar nicht als SG Bergedorf/VM antraten, sondern vielmehr als TSV Ellerbek!
Sehr interessant.


Irgendwann sprach dann jemand das aus, was niemand so richtig wahrhaben wollte: „Leute, wir sollten jetzt wirklich langsam mal in die Kabine gehen und uns umziehen!“ Fast wäre mir mein Bierglas aus der Hand gerutscht!
Aber Recht hatte sie ja und so gingen wir in Richtung Kabine.

Wir waren nach Todesfelde gereist, in dem Glauben dort endlich den Status einer eigenen Toilette, der uns bei Heimspielen immer verwehrt blieb, zu erhalten.
Doch dann der Schock: Das WC war verstopft!

Enttäuschung machte sich breit. So hatte man uns beim Hinspiel die Bedeutsamkeit einer eigenen Toilette noch extra dargelegt!
Gunnar versuchte gegenzuwirken und lenkte mit seiner Kabinenansprache den Fokus auf das Wesentliche: Die zu holenden zwei Punkte.
Dies sollte durch kompromisslose Abwehrarbeit, schnelles Umschaltspiel und einem eiskalten Angriff („Heute werfen wir einfach mal viele Tore“) gelingen und wir zu „Party-Crashern“ mutieren, um die anschließende After-Show-Party – so vermuteten wir – zu crashen.

Doch erstens kommt es anders und zweitens als man denkt und so es kam zu den ersten Berühungen mit dem Ball: Ouh, Backe!

Früher war eben alles besser! Als man noch draußen Feldhandball gespielt hat...
Und als man noch Dreck und Rasen an den Händen hatte und nicht diesen ekligen, klebrigen Mix aus Hallendreck, Haar und Harz!


Lange, holprige Anfahrt. Die offene Identitätsfrage. Viel zu wenig Alkohol. Keine eigene Toilette. Und dann auch noch Backe!
So oder so ähnliche könnte eine kurze Zusammenfassung aus dem möglichen Bergedorfer Ausreden-Katalog sein...


Denn sind wir mal ehrlich: Zwar setzten uns die widrigen Bedingungen und vor allem der hohe Harz-Konsum der Todesfelderinnen zu, dennoch müssen wir uns an dieser Stelle an die eigene Nase fassen.

Vorne kamen wir im ersten Durchgang nur selten, und wenn nur durch Einzelaktionen zum erfolgreichen Torabschluss.
Und hinten fanden wir keinen Zugriff auf die starke(n) Rückraumspielerin(nen) und so kam es, dass die Todesfelderinnen nicht nur Löcher in unsere Trikots, sondern auch viel zu leicht in unsere so oft gelobte „Wand“ rissen...
Somit ging es mit einem deutlichen Halbzeitstand (15:6) in die Pause.

Die Zeit wurde genutzt, um Luft zu holen, sich zu sammeln und nochmal an ein paar Stellschrauben zu drehen.

Die zweite Hälfte brachte eine deutliche Leistungssteigerung mit sich.
In der Abwehr wurde wieder anständig zugepackt und durch eine umgestellte Blockarbeit bekamen wir Zugriff auf die präzisen Rückraumwürfe unserer Gegnerinnen.
Dies brachte uns das nötige Selbstvertrauen und uns selbst auch wieder zurück ins Spiel. So fanden wir gut eine Viertelstunde vor Spielende endgültig zu alten Tugenden zurück und konnten vorne im gegnerischen Abwehrverband Lücken reißen und schöne Tore herausspielen.
Folgerichtig warfen wir auch doppelt so viele Tore als im ersten Durchgang und konnten die zweite Hälfte mit 9:12 für uns entscheiden.

Aber leider sind wir nicht beim Beach-Handball und es kam so auch nicht zu einem Penalty-Werfen.
Leider besteht ein Handballspiel nun mal aus zwei Halbzeiten und dauert 60 Minuten. Und leider müssen wir uns so in der Deutlichkeit auch verdient mit einer 18:24-Niederlage gegen die SG Todesfelde/Leezen geschlagen geben.



Fazit des Spiels:

Ohne Backe lässt es sich doch irgendwie leichter spielen.
Erste Halbzeit ignorieren wir an dieser Stelle einfach gekonnt.
Die zweite beweist, dass wir es ja eigentlich doch können.
Nicht nur zwei Punkte, sondern auch den Titel als „Dorfverein“ konnten wir abgeben.
(Wie das zu bewerten ist, ist jedem selbst überlassen...)



Nun heißt es: Mund abwischen und volle Kraft voraus!

Denn dieser Weg wird kein leichter sein, dieser Weg wird steinig und schwer...
Nicht mit vielen wirst du dir einig sein, doch dieses Leben bietet so viel mehr...

Und so bietet dieses Handball-Leben unter anderem: Eine Englische Woche!
Ganz backefrei und (fast mitten in der Stadt) geht es schon diesen Dienstag zu!
Vor heimischer Kulisse dürfen wir die Drittliga-Mannschaft des SC Alstertal-Langenhorn um 20:15 Uhr in der LaFu 2 begrüßen.
Wir freuen uns über zahlreiche Unterstützung beim Re-Make der Pokalfinalauflage des vergangenen Jahres!





(Für die SG spielten: Jessica Meyns, Sophia-Maria Kohn (beide TW), Julia Fürll, Vanessa Peters, Tamara Michaelis (1), Louisa Nigbur, Kim Andersson (2), Sophia Nigbur (2), Vanessa Kröpke (2), Inke Steffen (4), Anna Berlien, Kaya Plöger (2), Laura Lübcke (5)

Geschrieben von: Sophia Kohn

 
von: Sophia Kohn

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